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Shopware 6 im Überblick: Editionen, Funktionen und was es wirklich kostet

Shopware 6 ist Deutschlands führendes Shopsystem. Wir erklären die Editionen, Kernfunktionen, Kosten und für wen sich Shopware wirklich lohnt.

Marc Mirschel Von Marc Mirschel
Shopware 6 im Überblick: Editionen, Funktionen und was es wirklich kostet

Shopware 6 — was steckt hinter Deutschlands meistgenutztem Shopsystem?

Wenn Sie einen professionellen Online-Shop planen und sich im deutschsprachigen Raum umschauen, kommen Sie an einem Namen nicht vorbei: Shopware. Seit 2022 ist Shopware Marktführer unter den Top-1.000 Online-Shops in Deutschland — eine Position, die das Unternehmen aus dem münsterländischen Schöppingen seitdem verteidigen konnte.

Aber was genau kann Shopware 6? Welche Edition brauchen Sie? Und was kostet ein Shopware-Projekt realistisch betrachtet? In diesem Artikel bringen wir Klarheit.

Shopware in Zahlen

Bevor wir in die Details gehen, ein paar Eckdaten zur Einordnung:

  • Über 50.000 Shops weltweit setzen auf Shopware
  • Marktführer in Deutschland (Top-1.000 Online-Shops, zum vierten Mal in Folge)
  • Gartner Magic Quadrant: Sechs Jahre als “Visionary” gelistet
  • 1.600+ Partner im Technology- und Solution-Netzwerk
  • Seit 2000 in Schöppingen entwickelt — also 25+ Jahre Erfahrung

Shopware wurde bis 2022 komplett ohne externes Kapital aufgebaut (bootstrapped). Erst dann folgte eine Investitionsrunde über 100 Millionen US-Dollar von der Carlyle Group und PayPal, um die internationale Expansion zu finanzieren.

Die vier Editionen: Community, Rise, Evolve und Beyond

Seit 2022 gibt es bei Shopware keine Einmalkauflizenzen mehr. Stattdessen setzt das Unternehmen auf ein Mietmodell (Subscription), bei dem die Preise je nach Funktionsumfang und Umsatz gestaffelt sind.

Community Edition — der kostenlose Einstieg

Die Community Edition ist Open Source (MIT-Lizenz) und kostenlos nutzbar. Sie eignet sich für den Einstieg und kleinere Projekte. Seit März 2025 gilt allerdings eine Fair-Usage-Policy: Shops mit einem Umsatz über 1 Million EUR müssen auf eine kommerzielle Edition wechseln.

Was enthalten ist: Alle Grundfunktionen inkl. Erlebniswelten (CMS), Produktverwaltung, Bestellmanagement, Basis-SEO und die Standard-Storefront. Nicht enthalten: B2B-Features, Advanced Search, erweiterter Support.

Rise — ab 600 EUR/Monat

Rise ist die Einstiegsedition für professionelle B2C-Shops. Neben den Grundfunktionen kommen Social Shopping, CMS-Regeln (Inhalte abhängig von Bedingungen anzeigen) und Shopware AI hinzu. Der Support erfolgt per E-Mail mit 8 Stunden Reaktionszeit.

Rise ist als SaaS (Shopware hostet) und Self-Hosted (eigener Server) zum gleichen Preis verfügbar.

Evolve — ab ca. 2.400 EUR/Monat

Evolve richtet sich an mittlere bis große Shops und ist die Standard-Edition für B2B-Anforderungen. Zusätzlich zu Rise enthält Evolve:

  • B2B Components (Mitarbeiterverwaltung, Schnellbestellung, Bestellfreigabe, Angebotsmanagement)
  • Advanced Search (Elasticsearch/OpenSearch)
  • Flow Builder Professional (erweiterte Automatisierung mit Webhooks)
  • 4 Stunden Reaktionszeit, Telefon-Support

Für die meisten mittelständischen B2B-Händler ist Evolve die richtige Wahl.

Beyond — ab ca. 6.500 EUR/Monat

Beyond ist für Enterprise-Anforderungen konzipiert. Zusätzlich zu Evolve gibt es:

  • Multi-Inventory (mehrere Lager verwalten)
  • Digital Sales Rooms (interaktive Live-Video-Sessions für B2B-Verkauf)
  • 24/7 Support mit 1 Stunde Reaktionszeit

Die Preise bei Beyond richten sich stark nach dem GMV (Gross Merchandise Value) und sind verhandelbar.

Die wichtigsten Funktionen im Detail

Erlebniswelten (Shopping Experiences)

Das integrierte CMS von Shopware gehört zu den stärksten Features. Per Drag-and-Drop erstellen Sie Landingpages, Kategorieseiten und Produktseiten — ohne Programmierung. Vorgefertigte Blöcke für Bilder, Videos, Texte und Produktslider lassen sich frei kombinieren.

Der Vorteil gegenüber vielen Wettbewerbern: Bei Shopware ist das CMS tief in das Shopsystem integriert. Sie brauchen kein separates Tool für Content-Seiten und können die gleichen Produkt- und Kundendaten direkt in Ihren Inhalten nutzen.

Rule Builder — Personalisierung ohne Code

Der Rule Builder ermöglicht es, Geschäftsregeln über ein visuelles Interface zu definieren. Typische Anwendungen:

  • Andere Versandkosten für verschiedene Länder
  • Mengenrabatte ab einer bestimmten Stückzahl
  • Sonderpreise für eingeloggte Händler
  • Zahlungsarten abhängig vom Warenkorbwert anzeigen oder ausblenden
  • Inhalte in Erlebniswelten nur für bestimmte Kundengruppen sichtbar machen

Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber in der Praxis einer der größten Produktivitätsgewinne: Statt für jede Regel einen Entwickler zu beauftragen, können Shop-Betreiber die wichtigsten Anpassungen selbst vornehmen.

Flow Builder — Workflows automatisieren

Der Flow Builder automatisiert wiederkehrende Geschäftsprozesse. Ein Beispiel: Wenn eine Bestellung über 500 EUR eingeht, wird automatisch eine E-Mail an den Vertriebsleiter gesendet, der Kunde erhält eine persönliche Dankes-Mail und das Lager wird über einen Webhook benachrichtigt.

Weitere typische Automationen:

  • Bewertungs-Einladung 14 Tage nach Lieferung
  • Rückstandsbenachrichtigung wenn ein Produkt wieder verfügbar ist
  • Automatische Zuordnung zu Kundengruppen basierend auf Bestellverhalten

Shopware AI

Seit 2023 bietet Shopware KI-gestützte Funktionen direkt in der Administration. Produktbeschreibungen, Bild-Keywords und Übersetzungen lassen sich per Klick generieren. Alle Daten werden DSGVO-konform in Europa verarbeitet. Seit 2025 gibt es keine Nutzungslimits mehr — die AI-Features sind in allen kommerziellen Editionen enthalten.

Was kostet ein Shopware-Projekt wirklich?

Die Lizenzkosten sind nur ein Teil der Gleichung. Hier eine realistische Aufstellung:

Einmalige Kosten (Setup und Entwicklung)

PostenTypische Kosten
Shop-Konzept und Design5.000–15.000 EUR
Shopware-Entwicklung15.000–50.000 EUR
Theme-Anpassung5.000–15.000 EUR
Datenmigration (falls Systemwechsel)2.000–10.000 EUR
Schnittstellen (ERP, PIM, etc.)5.000–20.000 EUR
Typisches Erstprojekt30.000–80.000 EUR

Laufende Kosten (monatlich)

PostenTypische Kosten
Shopware-Lizenz0–6.500+ EUR/Monat
Hosting (Managed, SSD, Redis)150–500 EUR/Monat
Extensions/Plugins100–400 EUR/Monat
Wartung & Support (SLA)300–2.000 EUR/Monat
Gesamt (laufend)500–5.000+ EUR/Monat

Das ist deutlich mehr als bei einem WordPress/WooCommerce-Projekt. Dafür bekommen Sie ein System, das für professionellen E-Commerce gebaut wurde — mit Funktionen, die bei WooCommerce erst über zahlreiche Plugins zusammengestückelt werden müssten.

Cloud oder eigener Server?

Shopware bietet drei Betriebsmodelle:

SaaS (Cloud): Shopware übernimmt Hosting, Updates und Wartung. Sie haben keinen Zugriff auf den Code und können nur über Apps (nicht Plugins) erweitern. Ideal für den schnellsten Einstieg.

PaaS (Managed): Hosting durch Shopware, aber mit Code-Zugang. Sie können individuelle Anpassungen vornehmen. Für Entwickler-Teams, die Kontrolle brauchen, aber sich nicht um Server kümmern wollen.

Self-Hosted: Volle Kontrolle über Server, Code und Daten. Zugang zum gesamten Plugin- und App-Ökosystem. Dafür liegt die Verantwortung für Updates, Sicherheit und Performance bei Ihnen oder Ihrer Agentur.

Alle drei Modelle basieren auf dem gleichen Shopware-Code. Die kommerziellen Editionen (Rise, Evolve, Beyond) kosten bei SaaS und Self-Hosted das Gleiche.

Hosting-Anforderungen: Shopware ist kein Leichtgewicht

Im Vergleich zu WordPress stellt Shopware deutlich höhere Anforderungen an die Infrastruktur:

  • PHP 8.2+ (empfohlen: 8.4)
  • MySQL 8.0+ oder MariaDB 10.11+
  • 4 GB RAM Minimum, 8+ GB empfohlen
  • Redis 7.0+ für Sessions und Cache
  • Node.js 20+ für den Build-Prozess
  • SSH-Zugang zwingend erforderlich (für Worker und Message Queue)
  • OpenSearch oder Elasticsearch für performante Produktsuche

Shared Hosting ist für den Produktivbetrieb nicht geeignet. Planen Sie mit Hosting-Kosten von 150–500 EUR pro Monat für einen performanten Shopware-Server.

Für wen eignet sich Shopware?

Shopware ist die richtige Wahl, wenn Sie:

  • Einen professionellen B2C- oder B2B-Online-Shop betreiben oder planen
  • Deutschen Support und DSGVO-Konformität ab Werk benötigen
  • Komplexe Geschäftslogik abbilden müssen (Preisregeln, Kundengruppen, Workflows)
  • B2B-Anforderungen haben (Bestellfreigaben, Mitarbeiterverwaltung, individuelle Preislisten)
  • Langfristig skalieren wollen (Shopware wächst mit Ihrem Unternehmen)
  • Multi-Channel-Handel betreiben (eigener Shop, Marktplätze, Social Commerce)

Eher nicht geeignet ist Shopware, wenn Sie:

  • Einen kleinen Nebenbei-Shop mit wenigen Produkten brauchen → WooCommerce
  • Primär eine Content-Website mit optionalem Shop wollen → WordPress + WooCommerce
  • Ein minimales Budget haben (Gesamtkosten liegen deutlich über leichtgewichtigeren Lösungen)
  • Keine Agentur oder Entwickler für die initiale Einrichtung engagieren möchten

Fazit: Shopware ist die Profi-Liga des deutschen E-Commerce

Shopware 6 ist kein System für den schnellen Einstieg mit minimalem Budget. Aber wenn Sie ernsthaften Online-Handel betreiben, ist es die technisch ausgereifteste und am besten auf den deutschen Markt zugeschnittene Lösung. Die Kombination aus Erlebniswelten, Rule Builder, Flow Builder und nativen B2B-Funktionen ist einzigartig im Markt.

Der wichtigste Rat: Investieren Sie in eine gute Beratung vor Projektstart. Die richtige Edition, die passende Hosting-Umgebung und ein durchdachtes Konzept entscheiden über den langfristigen Erfolg Ihres Shopware-Projekts weit mehr als das Budget für die Entwicklung.


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