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Shopware B2B Suite: So digitalisieren Sie Ihren Großhandel

Shopware B2B Components machen Großhandel, Hersteller und Industriebetriebe fit für den digitalen Vertrieb. Funktionen, Praxisbeispiele und Einführungstipps.

Marc Mirschel Von Marc Mirschel
Shopware B2B Suite: So digitalisieren Sie Ihren Großhandel

Warum B2B-Händler jetzt digitalisieren müssen

Der B2B-E-Commerce in Deutschland wächst seit Jahren schneller als der B2C-Bereich. Trotzdem wickeln viele Großhändler, Hersteller und Industriezulieferer ihre Bestellungen noch per Telefon, Fax oder E-Mail ab. Das kostet Zeit, produziert Fehler und frustriert zunehmend die eigenen Kunden — denn die sind inzwischen privat Amazon, Zalando und Co. gewöhnt und erwarten ähnlichen Komfort im Berufsalltag.

Die Shopware B2B Components (früher B2B Suite) sind genau dafür gemacht: Sie erweitern Shopware um Funktionen, die speziell für den Geschäftskundenhandel konzipiert sind. Kein Workaround, kein Zusammenstückeln von Plugins — sondern native B2B-Funktionalität, direkt in die Plattform integriert.

Was sind die Shopware B2B Components?

Die B2B Components sind ein modulares Feature-Set, das ab der Shopware Evolve-Edition (ab ca. 2.400 EUR/Monat) verfügbar ist. Seit 2025 haben sie die ältere B2B Suite vollständig abgelöst und sind direkt in den Shopware-Kern integriert — keine separate Extension mehr.

Die Kernmodule im Überblick:

1. Mitarbeiterverwaltung (Employee Management)

Im B2B-Geschäft bestellt selten der Chef persönlich. Shopware ermöglicht es Firmenkunden, eigene Mitarbeiter-Accounts mit individuellen Rollen und Berechtigungen anzulegen.

Was das in der Praxis bedeutet:

  • Der Einkaufsleiter lädt Mitarbeiter per E-Mail ein
  • Jeder Mitarbeiter bekommt eine eigene Rolle mit definierten Rechten
  • Berechtigungen sind feingranular: Bestellen ja, aber Rechnungen sehen nein
  • Mitarbeiter können aktiviert und deaktiviert werden, ohne den Account zu löschen
  • Adressen werden auf Firmenebene verwaltet, nicht pro Person

Das löst eines der größten Probleme im B2B: Bisher teilten sich Teams oft einen Login, was zu Chaos bei Bestellungen, fehlender Nachverfolgbarkeit und Sicherheitsrisiken führte.

2. Schnellbestellung (Quick Orders)

B2B-Kunden wissen in der Regel genau, was sie brauchen. Sie wollen nicht durch Kategorien klicken und Produktbilder betrachten — sie wollen eine Liste abarbeiten.

Shopware Quick Orders bieten:

  • Direkteingabe von Artikelnummern oder SKUs
  • CSV-Upload für Sammelbestellungen
  • Einfügen aus der Zwischenablage (z.B. aus einer Excel-Liste)
  • Sofortige Preis- und Verfügbarkeitsanzeige
  • Mit einem Klick in den Warenkorb

Für Kunden, die regelmäßig 20, 50 oder 100 Positionen bestellen, ist das ein dramatischer Zeitgewinn gegenüber einem klassischen Shop-Interface.

3. Angebotsmanagement (Quote Management)

Im B2B-Handel sind individuelle Preise die Norm, nicht die Ausnahme. Das Angebotsmanagement schafft einen strukturierten Workflow dafür:

Der Ablauf:

  1. Der Kunde stellt eine Angebotsanfrage — direkt aus dem Shop, mit konkreten Produkten und Mengen
  2. Ihr Vertrieb erhält die Anfrage in der Shopware-Administration
  3. Der Innendienst erstellt ein individuelles Angebot mit angepassten Preisen
  4. Der Kunde prüft das Angebot und kann es per Klick zur Bestellung umwandeln

Das ersetzt den typischen Ablauf aus E-Mail → Excel-Kalkulation → PDF-Angebot → Rückfragen → Bestellung und reduziert die Durchlaufzeit von Tagen auf Stunden.

4. Bestellfreigabe (Order Approval)

Ab einer gewissen Unternehmensgröße darf nicht jeder Mitarbeiter unbegrenzt bestellen. Shopware bildet mehrstufige Freigabeprozesse ab:

  • Mitarbeiter bestellt → Bestellung wird zur Freigabe eingereicht
  • Abteilungsleiter (oder definierte Rolle) gibt frei oder lehnt ab
  • Erst nach Freigabe wird die Bestellung ausgelöst
  • Budgets und Limits pro Mitarbeiter oder Abteilung konfigurierbar

Das ist besonders relevant für Industrieunternehmen, öffentliche Einrichtungen und Konzerne, bei denen Einkaufsprozesse durch Compliance-Regeln geregelt sind.

5. Einkaufslisten (Shopping Lists)

Viele B2B-Kunden bestellen regelmäßig dieselben Produkte — Verbrauchsmaterial, Bürobedarf, Rohstoffe. Einkaufslisten machen das einfach:

  • Wiederkehrende Bestellungen als Liste speichern
  • Listen können geteilt und von mehreren Mitarbeitern genutzt werden
  • Nachbestellung mit einem Klick
  • Kein manuelles Zusammensuchen der Produkte bei jeder Bestellung

6. Organisationseinheiten (Organisation Units)

Neu seit 2025 und besonders relevant für größere Unternehmen: Organisationseinheiten bilden Abteilungen, Teams oder Standorte innerhalb eines Kundenaccounts ab.

Jede Unit kann haben:

  • Eigene Lieferadressen
  • Eigene Zahlungsmethoden
  • Eigene Versandoptionen
  • Eigene Mitarbeiter mit spezifischen Rollen

Mitarbeiter sehen nur ihre eigene Unit — der Einkäufer in Hamburg sieht nicht die Bestellungen aus München. Das schafft Ordnung in komplexen Organisationsstrukturen.

Typische Anwendungsfälle

Großhandel für Gastronomiebedarf

Ein Händler beliefert Restaurants, Hotels und Kantinen. Die Küchenleitung bestellt über Quick Orders (Artikelnummern aus dem Katalog), der Einkauf gibt ab 500 EUR frei, und jede Filiale hat eigene Lieferadressen über Organisationseinheiten. Das Ergebnis: 60% weniger Bestellaufwand im Vergleich zum alten Telefon-/Fax-System.

Industriezulieferer

Ein Hersteller von Schrauben und Befestigungstechnik versorgt Maschinenbauer. Über das Angebotsmanagement werden projektspezifische Preise verhandelt, Einkaufslisten bilden die regelmäßigen C-Teile-Bestellungen ab, und die Bestellfreigabe stellt sicher, dass nur autorisierte Mitarbeiter für große Summen bestellen dürfen.

Büroausstatter

Ein B2B-Händler für Büromaterial bedient Firmenaccounts mit 50–500 Mitarbeitern. Jede Abteilung (Marketing, IT, Verwaltung) ist eine eigene Organisationseinheit mit eigenem Budget. Die Abteilungsleiter geben Bestellungen ihrer Teams frei. Der Einkauf hat den Überblick über alle Bestellungen im Unternehmen.

Shopware B2B vs. Alternativen

Vs. WooCommerce mit B2B-Plugins

WooCommerce hat keine nativen B2B-Funktionen. Man kann sich mit Plugins wie B2BKing oder WooCommerce Wholesale Suite behelfen, aber das Ergebnis ist ein Flickenteppich aus verschiedenen Anbietern, der bei Updates brechen kann. Für einfache Händlerpreise reicht das, für echte B2B-Workflows nicht.

Vs. Magento / Adobe Commerce

Adobe Commerce hat ebenfalls starke B2B-Features, ist aber deutlich teurer (Lizenzkosten ab ca. 22.000 USD/Jahr) und technisch komplexer. Für den deutschen Markt bietet Shopware den Vorteil von deutschsprachigem Support, DSGVO-Konformität ab Werk und einem stärkeren Partner-Netzwerk im DACH-Raum.

Vs. OroCommerce

OroCommerce ist ein Spezialist für B2B und bietet Funktionen wie Multi-Organisation, Preislisten und Workflows. Allerdings ist die Community kleiner, die Entwicklersuche schwieriger und die Agentur-Landschaft im DACH-Raum deutlich dünner als bei Shopware.

Wie viel kostet die Einführung?

Ehrlich gesagt: Es ist eine Investition. Aber eine, die sich bei den meisten B2B-Händlern schnell rechnet.

PostenTypischer Aufwand
Shopware Evolve (Lizenz)ab 2.400 EUR/Monat
B2B-Konfiguration und Anpassung10.000–30.000 EUR
ERP-Anbindung (SAP, Dynamics, etc.)10.000–40.000 EUR
Design und Frontend5.000–15.000 EUR
Datenmigration3.000–10.000 EUR
Typisches Erstprojekt40.000–100.000 EUR

Der ROI: Wenn Ihr Innendienst aktuell Bestellungen manuell erfasst, rechnet sich ein B2B-Shop oft schon im ersten Jahr. Typische Einsparungen: 40–60% weniger Bearbeitungszeit pro Bestellung, weniger Fehler durch manuelle Erfassung und zufriedenere Kunden durch 24/7 Bestellmöglichkeit.

5 Tipps für die erfolgreiche Einführung

1. Klein starten, dann erweitern — Beginnen Sie mit einer Kundengruppe oder Produktkategorie. Sammeln Sie Erfahrungen, bevor Sie den gesamten Vertrieb umstellen.

2. Kunden früh einbinden — Fragen Sie Ihre Top-Kunden, was sie brauchen. Schnellbestellung? Angebotsmanagement? Bestellfreigabe? Die Antworten bestimmen die Prioritäten.

3. ERP-Anbindung von Anfang an planen — Shopware ohne ERP-Integration bedeutet doppelte Datenpflege. Planen Sie die Schnittstelle zu SAP, Microsoft Dynamics, Sage oder Ihrem System von Anfang an mit ein.

4. Schulung nicht vergessen — Ihre Kunden müssen die neuen Funktionen verstehen und nutzen. Erstellen Sie Anleitungen, bieten Sie Webinare an oder schulen Sie Key-Accounts persönlich.

5. Fax und Telefon nicht sofort abschalten — Bieten Sie beide Kanäle parallel an, bis die Mehrheit der Kunden digital bestellt. Zwang führt zu Frust.

Fazit: B2B-E-Commerce ist kein Nice-to-have mehr

Die Erwartungen der Geschäftskunden haben sich verändert. Wer 2026 noch auf Fax und manuelle Auftragserfassung setzt, verliert Kunden an Wettbewerber, die es einfacher machen. Shopware B2B Components bieten die Werkzeuge, um den digitalen B2B-Vertrieb professionell und skalierbar aufzubauen — ohne ein System von Grund auf neu entwickeln zu müssen.

Der Schlüssel ist die richtige Planung: Eine erfahrene Shopware-Agentur, die B2B-Projekte kennt, spart Ihnen Monate an Umwegen und teure Fehlentscheidungen.


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